KLASSISCH (englisch) oder WESTERN-pferdeausbildung ? Die Unterschiede betreffen Ausbildungsziel, Reitweise und Hilfengebung.
1 ) Ziel der klassisch ( englisch ) -Ausbildung ist die Gymnastizierung des Pferdes, Losgelassenheit, Tragkraft und Versammlung. Grundlage ist die Skala der Ausbildung ( Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten, Versammlung). Das Ziel ist ein durchlässiges, fein gerittenes Pferd für Dressur, Springen oder Vielseitigkeit.
Ziel der Westernausbildung ist ein zuverlässiges, selbständig denkendes Arbeitspferd ( Ranch Horse ). Es soll lange entspannt laufen, schnell reagieren und Aufgaben wie Rinderarbeit effizient erledigen.
2) Haltung und Rahmen ( Kopf-Hals-Position )
Klassisch: Pferd wird vorwärts- abwärts an die Hand herangeführt, später mehr aufgerichtet(Versammlung)
Western: Eher tiefer und entspannter Hals, oft mit " losen Zügeln ", kein dauerhafter Kontakt.
3) Zügelkontakt
Klassisch: Konstanter, elastischer Kontakt zum Pferdemaul ( Anlehnung )
Western: Meist loser Zügel, Impulse nur bei Bedarf mit dem Ziel, daß das Pferd sich selbst trägt ohne ständigen Kontakt.
4) Hilfengebung
Klassisch: Deutliche Kombination aus Gewicht, Schenkel- und Zügelhilfen.
Western: Sehr feine, minimale Hilfen. Das Pferd soll auf kleinste Signale reagieren und danach in Ruhe gelassen werden.
5) Zügelführung
Klassisch: Meist beidhändig, ( vor allem in der Ausbildung ).
Western: Oft einhändig ( Neck Reining ) besonders beim ausgebildeten Pferd.
6) Gangbild und Tempo
Klassisch: Aktive, schwungvolle Bewegungen mit viel Energie, Raumgriff und Ausdruck in Schritt, Trab und Galopp in verschiedenen Tempi's.
Tempounterschiede
Gangart Schritt ( Mittelschritt, starker Schritt, versammelter Schritt.
Gangart Trab ( Arbeitstrab, Mitteltrab, starker Trab, versammelter Trab ).
Gangart Galopp ( Arbeitsgalopp, Mittelgalopp, starker Galopp, versammelter Galopp ).
Western: Ruhige, flache, energiesparende Bewegungen ( z.B. Jogging als Trab, Lope als Galopp ).
7) Spezialisierung
Klassisch: Dressur, Springen, Vielseitigkeit- eher sportlich geprägt-
Western: Disziplinen wie Reining Cutting, Trail, Ranch Riding - stark praxisorientiert -.
Ausbildungssystem:
Klassisch: Stark systematisiert ( z.B. Richtlinien für Reiten und Fahren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung)
Western: Weniger formalisiert, stärker erfahrungsbasiert, geprägt durch amerikanische Traditionen.
GEZ. Wolfgang Stamer
www. Pferdewissen.eu
Exterieur & Interieur: der Schlüssel zur Leistungsfähigkeit
EXTERIEUR ( KÖRPERBAU )
Gebäude ( zB. Rückenlänge, Fundament, Winkelung ).
Größe und Rahmen
Korrektheit der Beine
INTERIEUR ( CHARAKTER )
Temperament ( ruhig, sensibel, nervös )
Leistungsbereitschaft
Rittigkeit
Was macht ein Pferd wirklich leistungsfähig und dauerhaft gesund? Ich beleuchte die komplexen Zusammenhänge zwischen Exterieur (Körperbau) und Interieur (Charakter, Temperament) und deren Einfluss auf die mögliche Leistungsfähigkeit und langanhaltende gesunde Nutzungsfähigkeit. Entdecken Sie, wie Sie diese Aspekte erkennen und für die Ausbildung Ihres Pferdes nutzen können.
Meine neuesten Arbeiten
DIE AUSWAHL eines PFERDES für FREIZEIT und SPORT
Die Auswahl eines Pferdes ist eine wichtige Entscheidung. Dabei sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden, damit Pferd und Reiter gut zusammenpassen.
1) VERWENDUNGSZWECK
Zuerst sollte klar sein, wofür das Pferd genutzt werden soll.
- Freizeitreiten , Ausritte, entspannte Arbeit auf dem
Reitplatz
- Sportreiten, z.B. Springen, Dressur,
Vielseitigkeitsreiten
- Freizeit und leichter Sport, eine Mischung aus beiden.
- Fahrsport
Für Anfänger oder Freizeitreiter ist ein ruhiges, ausgeglichenes Pferd oft besser geeignet als ein sehr temperamentvolles.
Manche Pferderassen eignen sich besonders gut für bestimmte Bereiche, Beispiele:
- Haflinger, ruhig, robust, ideal für Freizeit und Fahren.
- American Quarter Horse, sehr vielseitig, gut für Frei-
zeit und Westernsport.
- Isländer, bequem, sehr beliebt für Ausritte Und
Islandpferdesport.
- Lippizaner, Ursprung Lipica (Slowenien), Kultur-
gut der Österreicher mit der Wiener Hofreitschule, für
hohe Schule, Dressur- -und Fahrsport.
- Deutsche Sportpferde aus den Landes-
zuchtverbänden wie Hannoveraner, Holsteiner,
Oldenburger sehr häufig im internationalen Dressur-
und Springsport.
- österr. , holländische, schweizer, ungarische.Sport-
Pferde, oft mit Pferden aus deutscher Abstammung.
2) CHARAKTER und TEMPERAMENT
Der Charakter ist eines der wichtigsten Punkte. Ein gutes Freizeit-, oder Sportpferd sollte ausgeglichen und nervenstark, lern- und leistungsbereit , freundlich im Umgang und nicht schreckhaft oder aggressiv sein. Besonders im Gelände ist ein gelassenes Pferd wichtig.
3) Das ALTER des Pferdes beeinflusst Ausbildung ,
Einsatzmöglichkeiten und Preis.
- Jungpferde ( 3 - 6 Jahre ) viel Potential, aber Ausbildung nötig
- erfahrene Pferde ( 7 - 15 Jahre ) oft ideal für Freizeit und Sport.
- ältere Pferde ( ab 16 Jahre ) ruhiger, gut für Freizeit , oft gut als Lehrpferde für junge Reiter.
4) GESUNDHEIT
Vor dem Kauf sollte immer auf die Gesundheit des Pferdes geachtet werden. Klare Augen, gesunde Hufe, guter Körperbau, keine Lahmheit, guter Ernährungszustand.
Eine Ankaufsuntersuchung durch einen Tierarzt ist sehr empfehlenswert. Bei Sportpferden neben klinischer Untersuchung inklusive Röntgen.
5) GRÖßE und KÖRPERBAU
Das Pferd sollte zur Größe und dem Gewicht des Reiters passen. Wichtige Punkte sind passende Stockmaßhöhe , stabiler Rücken, korrekte Beine, harmonischer Körperbau. Ein zu kleines oder zu großes Pferd kann für den Reiter unbequem sein.
Das Gewicht des Reiters darf 20 % des Pferdegewichts nicht überschreiten.
6) AUSBILDUNGSSTAND
Ein Pferd kann unterschiedlich ausgebildet sein. Ein gut ausgebildetes Pferd ist besonders wichtig für Anfänger und Lehrmeister für junge Reiter. Es sollte auf Hilfen reagieren, ruhig im Umgang sein und Erfahrung haben.
FAZIT:
Die Wahl eines Pferdes für Freizeit und Sport sollte sorgfältig überlegt sein. Charakter, Ausbildung, Gesundheit und die eigenen Reitfähigkeiten müssen zusammenpassen. Nur dann entsteht eine gute Partnerschaft zwischen Reiter und Pferd.
GEZ. Wolfgang Stamer www.pferdewissen.eu
SINNVOLLES LONGENTRAINING
Sinnvolles Longentraining ist weit mehr als nur "im Kreis laufen lassen". Es kann Gymnastik, Balance, Losgelassenheit und Gehorsam verbessern. Entscheidend für ein gutes Training ist das Wissen um die Prinzipien einer klassisch pferdegerechten Ausbildung, deren klaren Aufbau und dem definieren eines Trainingziel.
GRUNDPRINZIPIEN
* vorwärts - abwärts dehnen und den Rücken aufwölben.
* Takt, Losgelassenheit immer Vorraussetzung für Versammlung.
* Große Linien ( schont Gelenke )
* Kurze Einheiten ( 20 - 30 Min. )
* Abwechslung
AUFBAU einer TRAININGSEINHEIT
1 ) AUFWÄRMEN ( 5 - 10 Min. )
* Schritt auf großem Zirkel
* Häufig Handwechsel
* Übergänge Halt - Schritt - Halt
ZIEL : Aufmerksamkeit & Gelassenheit
2 ) ARBEITSPHASE ( BASISARBEIT )
* Übergänge Schritt - Trab
* Tempounterschiede im Trab
* Zirkel verkleinern & vergrößern
Gymnastizierende Übungen
* Stangenarbeit und Cavaletti fördert Koordination & Rückentätigkeit
ZIEL: Balance, Hinterhand aktivieren
FORTGESCHRITTEN
* Galopparbeit
* Übergänge Trab - Galopp
* Schwungentwicklung und Tempowechsel
* Seitengänge ( z.B. Schulterherein )
* Erarbeiten und Weiterentwicklung von Versammlung
bis Piaffe & Passage
HÄUFIGE FEHLER
Dauertrab ohne Übergänge
Pferd zieht nach außen ( keine echte Stellung )
Zu kleiner Kreis - Gelenkbelastung
Zu lange Einheiten - Überfordern
Falsche Verschnallung der Hilfszügel - Verspannung statt Losgelassenheit.
GEZ.
Wolfgang Stamer
Als Pferdewirtschaftsmeister teile ich mein Fachwissen, um nicht nur zu informieren, sondern auch die Faszination für diesen Berufsstand zu wecken. Fühlen Sie sich inspiriert und ermutigt, tiefer in die Materie einzutauchen und die Zusammenhänge in der Pferdehaltung, -zucht und -ausbildung besser zu verstehen. Ihr Wissen ist der Schlüssel zum Erfolg – für Sie und Ihr Pferd.
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